Aus der Geschichte der Feuerwehr Holsthum

Die Anfänge der Holsthumer Feuerwehr liegen im dunkeln. Dennoch lassen die bekannten Ereignisse und Daten
vorsichtige Rückschlüsse auf die Entstehung und die weitere Entwicklung der Örtlichen Wehr zu, wobei die Aus-
wirkungen der politischen, wirtschaftlichen, technologischen und sozialen Phänomene immer mit berücksichtigt
werden müssen.

Im Jahre 1816 erließ die Königlich-Preußische Regierung eine Anordnung, wodurch jede Gemeinde verpflichtet
wurde, für die Beschaffung von Feuerlöschgeräten zu sorgen. Ergänzend dazu und weil diese Anordnung wohl noch
nicht überall befolgt worden war, trat für den Regierungsbezirk Trier am 2. Juni 1837 eine Feuer-Polizei-Ordnung
in Kraft:

"In allen Städten und auf dem Lande soll ein Brandkorps errichtet werden. Jeder männliche Einwohner
einer Gemeinde, welcher zum Brandkorps gewählt wird, ist verpflichtet, diese Stelle einzunehmen und
drei Jahre Dienst zu leisten. Die Brandkorps sollen zweimal im Jahr unter Leitung des Bürgermeisters
oder eines hierzu commitierten Stellvertreters in der Handhabung der Löschgeräthschaften geübt werden."

Mit einer weiteren Verordnung, die im Jahre 1907 erlassen wurde, verpflichtete die Königliche Regierung in Trier
alle Gemeinden mit mehr als 300 Einwohnern, eine Feuerwehr zu organisieren, um den allgemeinen, vorbeugenden
Brandschutz zu verbessern. Dies geschah in Holsthum am 14. Juni 1908. In einer öffentlichen Versammlung wurde
eine Pflichtfeuerwehr gegründet.

Vorhanden waren:

1 fahrbare Feuerspritze nebst Schläuchen,


2 Wasserkarren,


38 Feuereimer (Leder),


4 Steigergurte mit Leinen,


75 Armbinden,


4 Signalpfeifen,


3 Brandleitern,


4 Hacken,


15 Helme,


1 Schlauchhalter,


1 Hupe.


Bei einer Einwohnerzahl von 473 Seelen verzeichnete die Feuerwehr immerhin 75 (!) Mitglieder.

Zuvor hatte der Bürgermeister zu Wolsfeld, zu dessen Amtsbereich Holsthum gehörte, in einem Bericht an den
Landrat zu Bitburg eine Übersicht über die Situation der Brandwehren in den einzelnen Gemeinden erstattet, woraus
hervorgeht, daß die Reorganisation des Feuerlöschwesens auch in Holsthum auf Widerstand stieß. Als Kompromiß
schlug er deshalb vor, es ausreichend, "wenn die wehrpflichtige Mannschaft in jedem Dorfe genau festgestellt, eingeteilt
und bekanntgemacht würde und jährlich 2 mal bei der Prüfung der Löschgerätschaften zugezogen und notwendigerweise
neu eingeteilt würde".

Die Anfänge des organisierten Brandschutzes in Holsthum aber liegen weiter zurück. Offen ist auch, ob die Ent-
wicklung der Wehr kontinuierlich verlaufen ist. Aber schon in der Mitte des letzten Jahrhunderts gab es in Holsthum
eine Feuerspritze, zunächst noch ohne Wagen. Den Auftrag zum Bau eines solchen erteilte Bürgermeister Linden,
Freilingen, von wo aus Holsthum verwaltet wurde:

"Am Samstage den 30. August c., Nachmittags 2 Uhr, werde ich in meinem Amtslokal hierselbst:
die Anfertigung eines Wagens für die vorhandene Feuerspritze der Gemeinde Holsthum, veranschlagt
im Ganzen zu 65 Thlr. 15 Sgr., in Verding geben. Der Kostenanschlag liegt bei mir zur Einsicht offen."

Freilingen, den 17. August 1856"

Daß die damalige Feuerwehr eine ständige Einrichtung war, bezeugt die Nachricht von der Erbauung eines Spritzen-
hauses im Jahre 1867. Dabei handelte es sich um einen Anbau an das Nebengebäude der Schule, die 1840 im Oberdorf
gebaut worden war.

1945 wurde dieses schwerbeschädigte Gebäude verkauft, und die örtliche Feuerwehr erhielt einen Raum an der neuen
Schule, "wo sie ihre Feuerlöscheinrichtung unterbringen konnte".

Im Jahr darauf begann die Phase der Reorganisation der Wehren. Wieder war es der Amtsbügermeister zu Wolsfeld,
der dem Herrn Landrat am 19. März 1946 über den Zustand der Wehren seines Amtsbezirkes Bericht erstattete. In
Holsthum bestand damals der Löschtrupp aus 36 Männern unter einem Löschtruppführer. Die Uniformierung wird als
mangel- und lückenhaft beschrieben, Gebäude waren nicht vorhanden, ebenso keine Bewaffnung.

Nach Jahren des Wanderns von einem Provisorium zu anderen konnte im Jahre 1987 das heutige Feuerwehrgerätehaus,
in der Ortsmitte gelegen, bezogen werden. Es entspricht den Anforderungen einer modernen, gut ausgebildeten
Ortsfeuerwehr und enthält einen Schulungs- und Versammlungsraum.



Chronik einiger Großbrände in Holsthum

Am 18. 03. 1889
... brach in der Scheune des Ackerers Molitor Spoden plötzlich in einer bisher unaufgeklärten Weise Feuer aus,
welches bei seiner rasenden Schnelligkeit das ganze Dorf in Gefahr brachte.
Zum Glück herrschte Windstille, und so gelang es dank der großen Anstrengung und der hiesigen Einwohner und
der thatkräftigen Unterstützung der Nachbargemeinden Peffingen und Prümzurlay, das Feuer auf zwei Häuser zu
beschränken. Doch ist der Schaden, trotzdem Vieh und Mobiliar gerettet wurde, immerhin beträchtlich, da einer
Familie der gesamte, noch bedeutende Futtervorrat verbrannte. Achtzig Jahre blieb unsere Gemeinde von Feuers-
bränsten verschont.

Am 27. 04. 1897
"... In der Mühle des Herrn Laeis entstand aus bisher unaufgeklärte Weise Feuer. Infolge der raschen und thatkräf-
tigen Hilfe der Ortsein-gessenen, denen eine vorzügliche Feuerspritze und reichlich Wasser zur Verfügung stand,
konnte der Brand rasch gelöscht werden. .
.."

Am 17. 09. 1935
... erhielt die junge Wehr ihre Feuertaufe. An diesem Tage brannte das Gebäude der Witwe Weber an der Brücke nieder.
Durch das schnelle und überlegene Eingreifen der Wehr konnte ein größerer Schaden vermieden werden.

Im Jahre 1942
...brannte der Rundbau samt Anbau der Glashütte, die als Lagerräume genutzt worden waren, aus bislang ungeklärten Gründen ab.

Im Jahre 1961
...brach ein großes Feuer an den Gebäuden von Hans Rosar aus. Stall und Scheune konnten nicht mehr gerettet werden.
Sie brannten bis auf die Grundmauern nieder.

Im Jahre 1965
...am Kirmesdienstag krähte der Rote Hahn bei Aloys Schilz. Mit großer Unterstützung der Kirmesgäste konnte die
Feuerwehr das übergreifen des Feuers auf das Wohnhaus verhindern. Stall und Scheune waren verloren.

Im Jahre 1968
...standen kurz vor Weihnachten Stall und Scheune der Holsthumer Mühle in hellen Flammen. Mensch und Vieh kamen
nicht zu Schaden. Die Gebäude waren nicht zu retten.

Im Jahre 1969
...am 30. Dezember waren Ökonomiegebäude von Bürger in der Ortsmitte betroffen. Unter großem Einsatz konnten
zwar die brennenden Gebäude nicht mehr gehalten werden, ein übergreifen des Feuers auf eng anstehenden
 Nachbargebäude wurde verhindert.

Im Jahre 1986
war die Feuerwehr Ende März bei Matthias Schilz im Großeinsatz. Stall und Scheune brannten lichterloh bis auf
die Grundmauern nieder. Von einem Auto blieb ein kleiner Klumpen Metall übrig. Mensch und Tier blieben unversehrt.

Und noch ein Einsatz:

Im Jahre 1960 errang die Holsthumer Wehr beim Wettkampf der Wehren des Amtes Wolsfeld den ersten Platz,
"weil sie an vielen Abenden vorher fleißg geübt hatten".
In dieser -unvollständigen- Auflistung sind viele kleine und große Einsätze, nicht nur bei Feuer, im Ort und die
Unterstützungen der Nachbarwehren nicht enthalten.
In allen Fällen konnte sich die Holsthumer Feuerwehr auf die gute Zusammenarbeit mit den Bürgern und mit den
Wehren aus den Nachbargemeinden stützen. Erwähnenswert ist der selbstlose Einsatz der Wehrmänner zugunsten
der Gemeinschaft.



Quelle Festschrift "140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Holsthum" 4.-6. Oktober 1996